Blick auf Reine - Lofoten

Touristik Informationen

Touristische Nachrichten für Gäste und Liebhaber des Nordens. Hier behandeln wir in loser Folge Themen, die von allgemeinem Interessse sind / sein könnten. Zugegeben, im ersten Jahr von resor.de ist das Thema Corona prägend.
Hierzu die neueste Meinung zum Thema Fewo Nutzung auf Sylt.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kommentare.merken
Die Reisebranche ist sehr heterogen und der Bereich auf den wir uns bei resor.de konzentrieren ist geprägt von kleinen und mittleren Spezial-Reiseveranstaltern - und oft von familiengeführten gastronomischen Betrieben. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass es so bleiben kann um weiterhin schöne Reiseziele abseits der Hotspots mit Leben zu füllen. 
Urlaub in den nordischen Ländern ist wieder möglich
 
Zu beachten ist jedoch, dass die Länder unterschiedliche Regeln haben. Nachstehend geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen in komprimierter Form weiter, wobei wir einen Teil der Informationen dem touristischen Branchenblatt fvw / travel talk entnommen haben.
 
Dänemark:
Hier wird eine Risikogebiete der „Entsendeländer“ vorgenommen und in drei Farbstufen eingeteilt. Von touristischen, nicht notwendigen Reisen in die Region Kopenhagen und auf die Färöer Inseln wird abgeraten, da sie zum Risikogebiet gehören. Deutschland wird derzeit mit „grün“ eingestuft und Reisende von dort dürfen ohne wichtigen Grund einreisen. Ein negativer Test – Antigen schnelltest oder PCR Test – muss vorgelegt werden.
Hier erhalten Sie zusammengefasste Informationen in deutscher Sprache: https://en.coronasmitte.dk/covidtravelrules/de
 
Finnland:
Die Bedingungen für die Einreise nach Finnland hängen maßgeblich von der Entwicklung der Infektionen im Herkunftsland ab. Derzeit gilt die Bundesrepublik Deutschland nicht als Risikogebiet und unterliegt somit keinen Beschränkungen.  Aktuelle Informationen können Sie hier nachlesen:
https://thl.fi/en/web/infectious-diseases-and-vaccinations/what-s-new/coronavirus-covid-19-latest-updates/travel-and-the-coronavirus-pandemic/covid-19-incidence-figures-help-evaluate-travel-risk
 
Island:
Die dortige Regierung hat alle Länder als Risikogebiete eingestuft, was auch bedeutet, dass alle Reisende vor der Abreise nach Island ein entsprechendes Registrierungsformular
( https://visit.covid.is/ ) ausfüllen müssen.
Alle Reisende, auch vollständig geimpfte, müssen ab dem 26.07.2021 bei der Einreise einen negativen Covid-19Test vorlegen.
Zusätzliche Informationen erhalten Sie hier:
https://www.logreglan.is/english/regarding-travel-restrictions-to-iceland-as-a-result-of-covid-19/
 
Norwegen:
Norwegen hat auch das Ampelsystem der EU übernommen und anhand der aktuellen Kategorisierungen ist die Einreise aus dem „grünen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland“ wieder ohne Quarantänepflicht möglich.
Sollten Sie über keinen digitalen Impf- oder Genesungsausweis verfügen, müssen Sie sich vor der Einreise registrieren und bei der Einreise testen lassen.
Zusatzinformationen:
https://www.udi.no/en/about-the-corona-situation/entry-to-norway-and-residence/i-am-abroad/#link-19824
https://reg.entrynorway.no/?lang=no
 
Schweden:
Bei der Einreise muss ein max. 72 Stunden altere Testbericht vorgelegt werden, der auch in Englisch oder einer nordischen Sprache verfasst ist, sonst kann es zu Zurückweisungen kommen.
Alternativ ist auch die Vorlage eines EU Zertifikats möglich, welches den ausreichenden Impfstatus oder den Genesenen Status bescheinigt.
Zusätzliche Informationen:
https://polisen.se/en/the-swedish-police/the-coronavirus-and-the-swedish-police/travel-to-and-from-sweden/#EEA
https://www.folkhalsomyndigheten.se/the-public-health-agency-of-sweden/communicable-disease-control/covid-19/if-you-are-planning-to-travel/
 
Alle Angaben ohne Gewähr – aufgrund der stets wechselnden Situationen können sich die Bestimmungen jederzeit ändern.
 
Burckhard Specht,  21.07.2021

Finnair - der optimistische Blick auf den Sommer
​Der General Manager für Deutschland, Schweiz und Österreich, Jan Pellinen, sieht eine Erleichterung auf Reisen nach Finnland zukommen – hier sein Statement vom 10.05.2021:
„Aufgrund der mittlerweile in Finnland und Deutschland recht fortgeschrittenen Impfkampagne, rechnen wir mit einer zeitnahen schrittweisen Öffnung der Grenzen von Finnland, so dass ein weniger eingeschränkter Reiseverkehr zwischen Finnland und Deutschland wieder möglich sein wird. Im Zuge dessen und im Hinblick auf die anstehende Urlaubssaison im Sommer, überprüft Finnair derzeit die Möglichkeit, die Kapazitäten zwischen Finnland und Deutschland ab Juli wieder zu erhöhen.“
Urlaub - mit Sehnsucht erwartet - in diesem Sommer noch realisierbar?
​Die Frage, wann es denn endlich wieder losgehen wird, wann man sich für ein paar Tage, ein paar Wochen in den Urlaub verabschieden kann, andere Menschen treffen, sich wieder bewirten lassen, Gebirgs- oder Seeluft schnuppern oder durch die Wälder und über die Heide ziehen, kann nur bedingt beantwortet werden.
In einigen Gebieten in Schleswig-Holstein wurde ein Modellversuch mit Öffnung gastronomischen Betrieben gestartet – sowohl im Restaurant-, Hotel- und Fewobereich. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von knapp 58,6 (Stand 02.05.2021) ist für die Landesregierung Schleswig-Holstein der Modellversuch wahrscheinlich auch vertretbar.
Mecklenburg-Vorpommern hingegen macht alles bis zum 22.05.2021 dicht – selbst Zweitwohnungsbesitzern wird der Zugang zu den Wohnungen verwehrt, ob zur Kontrolle oder für einen mehrtägigen Aufenthalt.
In Niedersachsen (Heutiger Inzidenzwert 101,7) sind bis einschließlich 09. Mai 2021 touristische Übernachtungen in gastronomischen Betrieben, Ferienwohnungen und Wohnmobilen ebenfalls untersagt. Tagestouristische Ausflüge sollen vermeiden werden.
Das gemütliche Urlaubsland Dänemark (heutiger Inzidenzwert 86,9) setzt nach unseren Informationen die Einreisebeschränkungen für Deutsche seit dem 01. Mai 2021 aus, jedoch muss ein max. 24 Stunden alter Test vorgelegt werden.  
Für Schweden (heutige Inzidenz 349,1) gilt bis zum 31. Mai 2021 für alle Ausländer der Nachweis eines negativen Covid-19 Tests, der max. 48 Stunden alt ist und in Englisch oder einer skandinavischen Sprache abgefasst sein muss. Es gibt keine Quarantänepflicht, jedoch wird empfohlen, sieben Tage Zuhause zu bleiben und nach fünf Tagen einen Folgetest zu machen.
Finnland (heutige Inzidenz 26,9) hat am 22.04.2021 die Einreise aus EU-Ländern bis zum 25.05.2021 gesperrt. Dieses berichtet der touristische Insiderdienst für Skandinavien - nordic marketing.
Es ist zu vermuten, dass sich das Land bald dem Tourismus öffnen wird.
Das Finnair lässt ab den 11. Mai 2021 auch Passagiere mit einer Corona Impfbescheinigung statt eines negativen PCR Tests an Bord, wie das Hamburger Abendblatt vom 30.04.2021 berichtet.
Ob der Sommer für die Ferienobjekte an den Seen oder die Rundreisen wieder uneingeschränkt nutzbar sein wird, wird sicherlich in den nächsten Wochen erkennbar sein.
Die Hoffnung, dass im nächsten Winter das touristische Leben in Lappland, wieder gewohnten Fuß fassen kann, ist sehr groß und sollte bei den abnehmenden Inzidenzen zu erwarten sein. Silvester wird somit wohl der erste Einstieg in den Wintertourismus bedeuten – für alle Liebhaber des winterlichen Nordens sehr gute Aussichten.
Beachten Sie gern die nachstehenden Links, die Ihnen weiterhelfen können – und  

Hilfreiche Links:
Dänische Einreisebestimmungen (Englisch)
https://en.coronasmitte.dk/rules-and-regulations/entry-into-denmark/legal-requirements-upon-entry
Finnische Einreisebestimmungen:
https://www.visitfinland.com/de/artikel/informationen-fuer-reisende-nach-finnland-waehrend-der-corona-pandemie/
Schwedische Einreisebestimmungen (Deutsch):
https://visitsweden.de/uber-schweden/information-fur-reisende-nach-schweden-corona/
Auswärtiges Amt
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit
Wir empfehlen Ihnen die App  „Sicheres Reisen“ hinunter zu laden.
Corona in Zahlen – weltweite Erhebungen - https://www.corona-in-zahlen.de/
 
Alle Angaben ohne Gewähr – Änderungen vorbehalten.     
Burckhard Specht, 02.05.2021
Mecklenburg-Vorpommern macht dicht
Schleswig-Holstein gewährte Zweitwohnungsinhaber*innen Ostern die Reise nach Sylt in ihr Feriendomizil. Die Landesregierung ging noch einen Schritt weiter und erlaubte auch die unentgeltliche Nutzung der Wohnung Freunden und Bekannten der Zweitwohnsitzinhaber*innen (s. Artikel Sylter Ferienwohnungen und Corona). Die 7-Tage-Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt in Schleswig-Holstein bei 67,5, heute bei 74,1.
Mecklenburg-Vorpommern (heutige Inzidenz von 139,4) ist jedoch sehr rigoros. Selbst Zweitwohnungsinhaber*innen erhalten keine Genehmigung Ihr Eigentum zu nutzen. Das nördliche Bundesland riegelt sich ab. Bei allem Verständnis zur Eindämmung der Pandemie, damit aber jemanden den kompletten Zugang zum Eigentum zu untersagen ist ein Eingriff in die persönlichen Rechte. Dass die Eigentümer*innen von Zweitwohnungen ebenso wie Hauptwohnsitzler*innen den Beschränkungen im Land unterliegen ist außer Frage gestellt. Somit wird sich die Umtriebigkeit der Zweitwohnungsinhaber*innen auch nur auf die Einkäufe des täglichen Bedarfs im Supermarkt und auf Bewegung an der frischen Luft beschränken, zumal es viele geben wird, die die Unterkunft in Mecklenburg-Vorpommern auch für die temporäre Homeoffice-Arbeit nutzen.
Ist dieses rigorose Durchgreifen Panikmache, zeigt es die Ohnmacht der Landesregierung oder soll hier Stärke bewiesen werden, wo umsichtiges Handeln mit Empathie vielleicht bessere Ergebnisse bringen würde? Bleibt abzuwarten, ob sich einige Zweitwohnungsbesitzer*innen jetzt ihren Zugang zum Eigentum unter Anwendung von Rechtsmitteln verschaffen werden.
Im Gesetz- und Verordnungsblatt 24 vom 23.04.2021, der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern, § 5, sind die Reisebeschränkungen ausführlich beschrieben.
 
Gesetz- und Verordnungsblatt Mecklenburg-Vorpommern:
https://www.regierung-mv.de/corona/Verordnungen-und-Dokumente/       
Fragen und Antworten:
https://www.regierung-mv.de/service/Corona-FAQs/Tourismus-und-Reisen/     
 
Burckhard Specht, 26.04.2021
Sylter Ferienwohnungen und Corona - Die Zwei-Klassen-Gesellschaft?
Die Uneinigkeit der Länder während der Corona Pandemie ist allen gegenwärtig und so manche Entscheidung ist auch schwer nachvollziehbar. Ob der Wert der der 7-Tage-Inzidenz die richtige Bezugsgröße ist um Entscheidungen zu treffen, bestimmen die Politiker und Wissenschaftler. Auch die Frage, ob die Inzidenzwerte deshalb steigen, weil mehr getestet wird, wird kaum diskutiert – wäre hier nicht neben der Inzidenz auch der prozentuale Anteil der getesteten Personen an der Gesamtbevölkerung eine hilfreiche Aussage? Fakt ist, dass sich derzeit alles an der 7-Tage-Inzidenz ausrichtet und sich somit auch die Landesregierungen daran orientieren. In Schleswig-Holstein ist die 7-Tage-Inzidenz mit 67,5* „traumhaft“ niedrig. Auf der Nordseeinsel Sylt, die zum Landkreis Nordfriesland gehört, ist man darüber sehr zufrieden, zumal der Landkreis eine noch geringere Inzidenz ausweist, nämlich 21,1*.
Somit können die Zweitwohnungsbesitzer von Ferienwohnungen – sofern Sie auch einen Zweitwohnsitz gemeldet haben? - wie in anderen Bundesländern auch, derzeit nach Sylt reisen um Ostern oder die Zeit danach dort zu verbringen. Touristische Reisen, somit die Anmietung eines Hotelzimmers oder einer Ferienwohnung hingegen sind weiterhin nicht gestattet. Ist bekannt, werden Sie sagen. Richtig, aber für Sylt hat sich die Landesregierung von Schleswig-Holstein noch etwas Besonderes ausgedacht. Eigentümer von Zweitwohnsitzen, die die Wohnung nicht selber nutzen, können diese Verwandten und Freunden zur Verfügung stellen, vorausgesetzt, dass die Überlassung unentgeltlich ist. Zum Mitschreiben: Anmietung einer Ferienwohnung auf Sylt, der Insel der Reichen und Schönen durch Herrn Müller oder Frau Schulz ist nicht zulässig. Wenn aber die Betroffenen jemanden kennen, der eine Wohnung dort hat und diese derzeit nicht nutzen kann oder will, dann können Müller und Schulz fragen ob sie dort einziehen können. Natürlich kostenfrei. Ist doch klar, sind Freunde oder Verwandte.  Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Und warum, das verstehe ich nicht, dürfen Herr Müller oder Frau Schulz nicht eine x-beliebige Fewo auf Sylt anmieten? Damit würden die Anbieter der Fewo unterstützt und können die bisherigen Einnahmeverluste reduzieren.
Es sieht nach einer Zweiklassen-Gesellschaft aus, die von der Landesregierung gesteuert wird. Insbesondere auch dadurch geprägt, dass auf der Insel Sylt für Eigentumswohnungen wohl die höchsten Preise aller Seebadeorte aufgerufen werden und somit die meisten Eigentümer finanziell sehr gut gestellt sind. Dennoch gibt es viele Liebhaber der windumtosten Nordseeinsel Sylt, die schon glücklich sind, eine Wohnung oder ein Haus auf Zeit hier mieten zu können. Das hat die Landesregierung jedoch schlicht und einfach übersehen oder ignoriert.
Kennst du jemand, der hier eine ETW hat, kannst du kommen, wenn nicht, musst du Zuhause bleiben. Auch wenn durch die Mietkosten den Beherbergungsbetrieben geholfen werden kann.
Gastronomie und Tourismus sind bundesweit wirtschaftlich wohl am härtesten von der Pandemie betroffen, da wäre es gut, wenn die Jamaika Koalition in Schleswig-Holstein ein Signal des Verständnisses und der Unterstützung gesetzt hätte, statt die Zwei-Klassen-Urlaubskultur ins Leben zu rufen. Es wäre fairer gewesen, nur die Zweitwohnungsbesitzer nach Sylt zu lassen oder alle Fewo zu öffnen. Hierdurch bekommt die ansonst gute Arbeit der Landesregierung während der Pandemie ein faden Beigeschmack.

04.04.2021   Burckhard Specht
                
*Stand 03.04.2021
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Coronavirus/Zahlen/zahlen_node.html


Wir haben die Parteien des Schleswig-Holsteinischen Landtags über den Artikel informiert.
Einzig Bündnis 90/Die Grünen hat reagiert und den Sachverhalt aus deren Sicht dargestellt. FDP und CDU haben sich nicht dazu geäußert.
Nachstehend die Stellungnahme der Landesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Schleswig-Holstein, Dr. Ann-Kathrin Tranziska:
„Ein Verbot der unentgeltlichen Weitergabe der eigenen Ferienwohnung würde einen massiven Eingriff in das Eigentumsrecht der betroffenen Menschen bedeuten. Mit einer solchen Entscheidung würden sich politische Entscheidungsträger:innen auf rechtlich sehr dünnes Eis begeben. Darüber hinaus ist ein Verbot, so wie es in Mecklenburg-Vorpommern erteilt wurde, sehr schwer zu kontrollieren.
Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die unterschiedlichen Regelungen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einige Menschen irritieren. Vor dem Hintergrund der oben aufgeführten Probleme halte ich jedoch ein Verbot nicht für eine sinnvolle politische Lösung des Problems.
Wir Grüne haben an potentielle Urlauber:innen appelliert über Ostern zuhause zu bleiben. Dabei wissen wir natürlich, dass es Menschen gibt, die diesem Appell nicht gefolgt sind und das Ferienwohnungen an Dritte weitergegeben werden. Die reine Beherbergung ist dabei vermutlich nicht pandemietreibend, dir entstehende Reisetätigkeit kann es sehr wohl sein.“
11.04.2021



Corona & das Reisen
Sicher Reisen
Informieren Sie sich auf der Webseite vom Auswärtigen Amt über die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseland.
Durch Corona wird sich auch das Reiseverhalten sehr wahrscheinlich ändern.
Das Konsumgut Reise wird eine andere, eine höhere Wertigkeit erhalten. Der kurze, schnell entschiedene Wochenendtrip zwischendurch, die zusätzliche Kreuzfahrt oder das heiße Shoppingerlebnis in einer fernen Metropole mit der Freundin werden auch durch die äußeren Umstände beeinflusst werden.
Welche Airlines werden die Krise schadlos überstehen und dann noch fliegen – und zu welchen Konditionen? Die Verluste müssen erst wieder neutralisiert und dann in Gewinne verkehrt werden. Die Billigtickets werden sicherlich der Vergangenheit angehören, zumal die Luftverkehrsabgabe für Flugreisen seit dem 01.04.2020 angehoben wurde. Für europäische Ziele wird bei einem Abflug ab Deutschland eine Luftverkehrsabgabe von 12,90 € fällig.      
Welche Fährverbindungen werden nach Corona auch für die Passagierdienste zwischen Skandinavien und dem Festland Bestand haben? Und wird es Änderungen geben? Nach dem Aus des zollfreien Einkaufs und Konsums auf den Fährschiffen zum 01.07.1999 nahmen die sogenannten Kurzkreuzfahrten beträchtlich ab, das Entertainment an Bord veränderte sich. Aus den Livebands wurden Solisten, DJs bescherten dem Publikum Dauerberieselung und die Tonnage änderte sich mehr uns mehr. Der Frachtbereich, der bis dahin im Sommer dem Passagierbereich unterlag, bekam noch mehr Platz an Bord. Bei den Schiffen wurde vorrangig das Gewicht auf den Ausbau der Frachtkapazitäten gelegt, die öffentlichen Bereiche zweckmäßiger gestaltet, ohne der alten Kurzkreuzfahrt weiter Beachtung zu schenken. Mittlerweile sind fast alle Fährreedereien so ausgelegt, dass sie eine bequeme, teilweise auch komfortable Passage von A nach B für die Touristen anbieten, die auf eigener Achse oder mit einem Busunternehmen weiter ins Land rollen wollen. Ob und wie sich das Bild der Reedereien, der Schiffe und der angebotenen Routen ändern wird, hängt auch davon ab, ob die Haupteinnahmequelle, der Frachtverkehr, weiterhin ein starkes Gewicht haben wird. Es ist davon auszugehen, aber preislich werden die Reedereien Ihre Raten auch bei den touristischen Bedürfnissen in den Sommermonaten anpassen (müssen).
So werden wir die Reisen in Zukunft vermutlich wieder als etwas Besonders erkennen, unsere Urlaubsträume bei der Umsetzung noch intensiver genießen, ohne auf eine gute Mischung aus Urlaubsreise und kleiner Erholungsreise im eigenen Land verzichten zu müssen. Möglicherweise werden wir in den nächsten Jahren mehr erdgebunden als mit der Anreise über den Wolken unterwegs sein. Vielleicht auch mehr in den eigenen vier Wänden auf Zeit oder im Hotel mit einer Kombination für Gourmet- und Wellnesserlebnis verbringen. Lassen wir uns überraschen und freuen wir uns auf den nächsten Urlaub umso mehr. Nach Corona haben wir uns einen Urlaub mehr als verdient.  
Jetzt sind die Spezialisten unter den Reiseveranstaltern, die sich intensiv mit den Destinationen befassen, mehr gefragt denn je. Hier sollten Sie keine Kompromisse eingehen. Das know how liegt nicht bei den Generalisten, die die ganze Welt anbieten. Die sind vorrangig auf Volumenziele ausgerichtet.
Die Spezialisten haben das know how, welches für eine sorgfältige Urlaubsplanung unabdingbar ist. Sie kennen die Reiseziele aus persönlicher Anschauung und stehen in engem Kontakt mit den Anbietern vor Ort. Hier wird man Ihnen für die kostbarsten Wochen des Jahres ein rundum sorglos Paket zur Verfügung zu stellen. Die Alternative heißt nicht Großveranstalter sondern selber machen….
Corona Reisen oder reisen mit Corona
Mittlerweile sind die Stände an Nord- und Ostsee wieder für alle Übernachtungsgäste geöffnet. Sylt wird nach Pfingsten ebenso wie Büsum und andere Inseln auch wieder Tagestouristen einreisen lassen. Das hört sich gut an für die Reiselustigen und für die, denen Zuhause die Decke auf den Kopf zu fallen scheint. Deutschlandtourismus, so wird vielerorts orakelt, erhält wieder eine höhere Bedeutung. Das konnten wir auch schon in den letzten Jahren feststellen. Urlaub in der Heimat wurde immer beliebter. Das wird sich auch in diesem Jahr bewahrheiten. Es kann auch daran liegen, dass wir in erreichbarer Entfernung zu unserem Zuhause sein wollen, wenn die zweite Pandemie Welle kommen sollte. Vorsichtig werden sich einige oder viele ins europäische Ausland vortasten, werden abklären, wie sie ihren Urlaub dort verbringen können. Urlaub wird sich in diesem und vielleicht auch in den nächsten Jahren nicht nur an der Destination ausrichten, sondern auch an dem dazugehörigen Transportmittel.
Erdgebundene Reisen auf eigener Achse, ob im Wohnmobil oder dem Familienauto, werden einen höheren Stellenwert erhalten, was wohl auch zu unschönen Staus im erhöhten Ausmaß führen kann. Aber es scheint die mobilste Reiseform darzustellen, jederzeit bereit die Örtlichkeiten wechseln zu können. Die Bahn wird dann noch interessanter, wenn sich der Zielort bequem erreichen lässt und die Mobilität vor Ort nicht so wichtig ist. Letztlich können Fahrräder, Autos oder Motorräder auch vor Ort für kürzere Zeiträume ausgeliehen werden. Hinzu kommt, ob die Bundesregierung durch die Stille Beteiligung an der Lufthansa Einfluss darauf nehmen kann, dass Inlandsreisen unter 500 KM nicht mehr durchgeführt werden können. Das würde der Natur, der LH und auch der Bahn sicherlich guttun, damit auch uns, die Steuerzahler. Sinn würde das jedoch nur machen, wenn es auch anderen Fluggesellschaften untersagt werden würde – oder mit einer kräftigen Steuer uninteressant erscheinen lässt. Derzeit noch ungeklärt ist auch die Frage, wie die Airlines die Sicherheitsabstände in den Kabinen wahren wollen / können. Den größten Brocken werden wohl die Kreuzfahrt Reedereien schlucken müssen. Sind derzeit die Reedereien von den Umbuchungen nur insoweit betroffen, dass die Gäste auf vorrangig andere Daten umbuchen statt zu stornieren, bleibt die Frage der Schiffsgrößen und Kapazitäten. Expeditionsschiffe, die ohnehin mit sehr geringer Gästezahl auslaufen werden weniger betroffen sein, hier ist das besondere Erlebnis die Motivation der Reise. Megaliner mit 6.000 Gästebetten plus 2.000 bis 3.000 Mannschaftsstärke werden sicherlich umdenken und möglicherweise zu den Verlierern gehören. Diese schwimmenden Freizeitparks kommen ohne Corona schon an ihre Grenzen. Sei es mit dem Zutritt bestimmter Hotspots am Mittelmeer, meist muss getendert (ausgebootet) werden und der Landgang ist dadurch zeitlich genau vorgegeben. Hinzu kommt die Angst des Ausbruchs einer Krankheit an Bord. Die Bilder der letzten Monate haben wir noch vor Augen.
Somit ist jeder Gast gefragt, seinen Urlaub neu zu überdenken. Das hat auch den schönen Nebeneffekt, dass wir uns auf andere Urlaubsformen, neue Ziele und andere Wertigkeiten konzentrieren können. Das die Wertigkeit des Urlaubs als solche neu erklärt werden muss. Vermutlich werden viele feststellen, dass das Gut Urlaub kein ex und hopp Produkt ist, sondern wertvoll für Urlauber und Anbieter.
Noch ein Tipp zu den Urlaubsreisen. Schauen Sie gern vor der Auslandsreise hier vorbei:  Auswärtiges Amt
https://www.auswaertiges-amt.de/de/
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen und gesunden Sommer – genießen Sie Ihren Urlaub
28.05.2020  Burckhard Specht

Wie sieht es mit den skandinavischen Fluggesellschaften aus?

Die beiden wichtigsten Fluggesellschaften auf dem Weg nach Finnland und Schweden sind die finnische FINNAIR, welche zu 55,8% im Staatsbesitz ist und eine Staatsgarantie von 600 Mio EUR erhalten hat sowie die skandinavische SAS. Die SAS gehört zu jeweils 15% dem dänischen und dem schwedischen Staat, die gemeinsam eine Staatsgarantie von 274 Mio EUR gewährt haben.  Quelle: Börse.de
Für die Finnair, welche sich erst vor ein paar Jahren mit eigener Kraft aus dem Sumpf gezogen hat, ist der Markt früh zusammengebrochen, da China seit Jahren den Hauptmarkt darstellt.
Die skandinavische SAS hat durch die Flugscham Bewegung in Schweden bereits vor der Krise Federn lassen müssen. Da beide Airlines, Finnair und SAS eine staatliche Beteiligung innehaben und ein Untergang auch ein hoher Imageverlust für die Regierungen bedeuten würde, ist davon auszugehen, dass diese Airlines auch nach der Corona Krise am Start sein werden.  Bei der Preisgestaltung lagen beide Fluggesellschaften sehr oft weit auseinander, insbesondere wenn es um die Flüge ins winterliche Lappland ging, wo sie mit harten Bandagen gekämpft haben.
 
Die Lufthansa, unser deutscher National Carrier, ist ebenfalls sehr hart gebeutelt, spielt im Skandinavien Geschäft jedoch eine untergeordnete Rolle. Eine Million Euro verliert die Kranich Airline. Stündlich, Tag für Tag, Woche für Woche. Das drückt die Liquidität enorm. Die Aktie, Mitte November noch bei 17,90 €, liegt an diesem Wochenende bei 7,90 €. Der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr und seine Vorstandskollegen kürzen ihre Grundvergütung um 20%, somit liegt die Jahresgrundvergütung bei Herrn Spohr nunmehr bei rund 1,3 Mio. EUR. (Der CEO von Marriott, Arne Sørensen, hat eine Kürzung von 75% auf 300 TSD EUR für sich veranlasst.)  Quelle: fvw, 08/09.2020
Ebenso wie bei der FINNAIR und der SAS ist zu erwarten, dass der Staat seine Image Fluggesellschaft nicht fallen lassen wird.

26.04.2020 - Burckhard Specht

Die Reisebranche & Eugen Block seine Sicht auf Corona
So hart es die Gastronomie derzeit trifft, noch mehr an Corona wird die Touristik daran zu knabbern haben. Mit Aufhebung der Reiseeinschränkungen werden nicht zeitgleich die Buchungen kommen. Bestehende werden durchführbar sein, jedoch Neubuchungen werden erst dann wieder Einnahmen bescheren, wenn die An- und Restzahlungen erfolgen. Bis dahin werden nach Öffnung der Reisebüros mindestens noch einmal zwei Wochen ins Land gehen. Daher bleibt zu hoffen, dass es ab Anfang Mai auch in dieser Branche wieder zu Lockerungen kommen wird.      
 
Eugen Block wartet noch immer auf den Corona-Peak, ist über die Bundesregierung sehr verärgert, wie er dem SPIEGEL verrät und bezeichnet alles als Panikmache. Ihm wäre es egal drei Tage früher zu sterben, gehört er mit seinen knapp 80 Jahren doch der Risikogruppe an. Also lieber Geld stapeln statt leben? Hört sich fast so an. Ob er so salopp über das vorzeitige Ableben sprechen würde, wenn er in die Intensivstation einfahren würde?      
Herr Block hat sehr viel geleistet, ein Fleisch-Imperium aufgebaut und ist auch in der Gastronomie sehr erfolgreich unterwegs. Während jedoch hunderte von kleinen und mittelständischen Betrieben sich um Ihre Firmen und Mitarbeiter*innen sorgen, poltert er herum und lässt empathische Eigenschaften vermissen. Irgendwie erinnert seine Ansicht zur Corona Pandemie etwas an den Brasilianer Bolsonaro.
19.04.2020 - Burckhard Specht

Hochsee-Kreuzfahrten 2020
Für die Hochsee-Kreuzfahrt Reedereien wird es ein besonders schweres touristisches Jahr. Bisher gehörte der Kreuzfahrtbereich zu den absoluten Gewinnern der Touristik. Allein in 2019 ist die Gästezahl um 13,5% auf 3,1 Millionen Passagiere angewachsen (Quelle: DRV).
Die für die Kreuzfahrt in Amerika zuständige Behörde hat beschlossen, dass bis zum 22.06.2020 keine Gäste oder Crew Mitglieder in amerikanischen Häfen ausschiffen dürfen. Wie das touristische Fachmagazin fvw berichtet setzen AIDA das Reiseprogramm bis zum 31. Mai, Costa und TUI Cruises bis zum 30. April, Hapag-Lloyd-Cruises bis zum 08. Mai und MSC bis 29. Mai aus. Phoenix plant die Wiederaufnahme zum 03. Mai 2020. Hurtigruten, besser bekannt als norwegische Postschifflinie zwischen Bergen und Kirkenes, lässt den regulären Betrieb bis zum 20. Mai pausieren und hält nur einen Notfahrplan mit zwei Schiffen bereit.
Island pro Cruises, die seit vier Jahren als einziger Kreuzfahrtanbieter Umrundungen der Vulkaninsel anbieten, wollen planmäßig zum 11. Mai 2020 starten.
Es bleibt zu hoffen, dass alle Reedereien in den fetten Jahren ein finanzielles Polster aufbauen konnten, um auch weiterhin am Markt bestehen zu können. Vermutlich mit geänderten Konzepten und bei den Neubauten mit kleinerer Tonnage, um den harten Wettbewerb, der sich zwischen Preisen und Volumen hochgeschaukelt hat, wirkungsvoll entgegentreten zu können.
14.04.2020 - Burckhard Specht
     

Was wird aus den KMU der Reisebranche?
Es sind gute Nachrichten für den Hannoveraner Reiseveranstalter TUI, dass er nunmehr den in Aussicht gestellten Kredit von 1,8 Mrd. Euro über die KfW Förderbank bekommen soll.
Was mich vielmehr berührt ist die Frage nach der Existenz der vielen kleinen Betriebe, Reisebüros und Reiseveranstalter. Die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – asr – aktualisiert ständig die Situation in Deutschland. Zum heutigen Tag sind 1.512 Geschäftsaufgaben / Insolvenzen, 1.864 Entlassungen und 116.495 Kurzarbeiter*innen gemeldet. Hier geht viel know how verloren.
Und jene, die mit Herzblut Ihre Firma aufgebaut haben und nunmehr die Türen schließen müssen, sind oft auch emotional am Ende. Wenn es nicht gelingt, dieses breit gefächerte Spektrum von Engagement und Wissen am Leben zu halten oder wiederzubeleben, dann laufen wir Gefahr, dass die Massenprodukte - wie bei TUI & Co – überwiegend im Web gebucht werden können, sich mehr und mehr angleichen, wie schon in der Vergangenheit, und designte Reisen auf der Strecke bleiben. Das know how, welches die Reisebüros und die Spezial-Reiseveranstalter derzeit bereithalten, wird dann kaum noch zum Nutzen der Kunden eingesetzt, weil die Schnittstellen verbrannt sind.
Nur wenn die Bundesregierung auch den KMU die erforderliche Unterstützung gewährt, dann bleibt die Hoffnung, dass die Vielfalt dieser Branche bestehen bleibt.
09.04.2020 - Burckhard Specht