Bauernhaus Insel Amrum

Amrum heißt Ruhe, Entschleunigung & riesiger Strand

Die Inselwelt vor der nordfriesische Nordseeküste ist vielfältig. Die kleine Insel Amrum ist eine der Nordfriesischen Inseln. Sie liegt südlich von Sylt und westlich von Föhr und gehört zum Landkreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Ideal für einen Kurzurlaub mit dem Fahrrad. Ein Reisebericht mit Restauranttipps für Ihren Amrum-Trip!merken
Wie ein buntes Durcheinander mutet die Inselwelt vor der nordfriesischen Küste an. Nicht so geordnet wie bei den Ostfriesen und mit einer großen Vielfalt. Dort die Halligen, die saftig grün von der Nordsee umarmt ruhig im Wattenmeer liegen. Ruhig, bis der Blanke Hans, der kräftige Sturm, über sie hineinbricht. Die rustikalen, etwas hemdsärmeligen Urlauber, die die Halligen besuchen, lieben die Natur, die Urgewalten, das reizvolle dieser fast unberührten Natur. Allen voran die bekanntesten Halligen Hooge und Hallig Langeness.
Vielleicht kommt auch der Pharisäer von hier:
Kommt man nach Nordfriesland muss man ihn probieren, den Pharisäer. Ein süßer Kaffee mit Rum und einer Sahnehaube. Er soll, so heißt es, auf die Liebe eines Priesters zurückzuführen sein, der gern einen Lütten getrunken hat, was aber niemand wissen sollte. Daher bekam er auf den Feiern einen Kaffee mit Sahnehaube, unter welcher sich ein kleiner Rum versteckt hatte. Ähnlich dem Irish Coffee, der mit einem Tullamore Dew Whiskey getrunken wird - und die Grönländer gießen noch einen Kaffeelikör dazu…. 
Auf der nördlichsten Insel der Nordsee werden andere Prioritäten gesetzt. Sylt ist Kult, immer noch, auch wenn die Erreichbarkeit durch die Bahn immer schwerer zu kalkulieren ist. Der Flugverkehr vom Festland nimmt zu, jedoch für die arbeitende Bevölkerung der Insel wir es immer schwieriger seine Aufgaben ordentlich zu erfüllen, da der Großteil täglich zwischen dem Festland und Sylt hin und her pendelt.
Dann noch die beiden Inseln Föhr und Amrum, die ungleichen Schwestern, die um die Gäste buhlen. Um jene Gäste, denen die Halligen zu sehr Natur und Sylt zu exklusiv ist. Die, die eine Mischung aus Natur, vielfältiger Gastronomie und überschaubarer Betriebsamkeit bevorzugen. Die einen schwören auf Amrum, die anderen auf Föhr. Wir haben mit Amrum begonnen - hier unser Bericht. Autor: B. Specht, 2020

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Amrum, die charmante Nordfriesin

Anreise von Hamburg
Die Anreise von Hamburg über die A 23, ab Heide weiter auf der B 5 lief glatt, bis Friedrichstadt. Hier war die Straße gesperrt. Runter von der B 5 und  dann auf der schlecht ausgeschilderten Umleitung, durch kleine Dörfer hindurch, bis Husum. War etwas unbequem, zumal auf den schmalen Umgehungsstraßen die Landwirte mit der Einbringung der Ernte beschäftigt waren. Große Traktoren, schmale Straßen – es gibt entspanntere Autofahrten. Die Fähre wurde mehr als pünktlich erreicht, dank eines eingebauten Zeitpuffers. Wir lassen das Auto auf dem Festland und fahren mit den Fahrrädern weiter. Es gibt einen großen Außenparkplatz - derzeit mit 7,50 € Tagesmiete für das Fahrzeug - und eine große, ebenerdige Garage, Mehrkosten 1,50 € pro Tag. Wir nehmen die Parkgarage. In vier Tagen, wenn wir zurück wollen, soll es regnen. Da ist es bequemer die Fahrräder in einer trockenen Garage auf den Gepäckträger zu bugsieren, zumal bei den E-Bikes auch noch ein extra Schutz für die Motoren angebracht werden muss. Das Spritzwasser der Hinterräder ist als Schädling für die kleinen Motoren  nicht zu unterschätzen.
Die MS Norderaue ist ein modernes Schiff, erst 2018 in Rostock erbaut, mit 75 Autoplätzen und einer großzügig ausgelegten Restauration an Bord. Service am Tisch – welch Wohltat, findet man doch heute mehr und mehr die Aufforderung zur Selbstbedienung. Ein schneller, freundlicher und lobenswerter Service. Dazu die urige Speisekarte, „das Seebuch“  mehr ein Lesebuch mit eingebetteter Speise- und Getränkekarte. Toll gemacht, informativ und in kurzen Abrissen viel Wissenswertes über Amrum und Föhr. Oder umgekehrt.
Gegen die Gulaschsuppe war geschmacklich nichts einzuwenden, hätte aber auch ohne weiteres von einem Vegetarier gegessen werden können.
Zu bemängeln ist jedoch die Platzierung der Fahrräder, aneinander gelegt, ohne Zugehörigkeiten zu prüfen. En liebloser Umgang, wie es scheint. Wie wird das in der Hochsaison sein? Dabei wäre es mit wenig Aufwand und ein paar kleinen Hilfsmitteln besser in den Griff zu bekommen. Hier ist Besserung erforderlich.
Ankunft auf der Insel Amrum
Die Insel empfängt uns mit herrlichem Sonnenschein und einer frischen Oktoberbrise. Ein gelungener Start. Wir schnappen uns die Räder, schieben sie von Bord und fahren zu unserer Ferienwohnung, die wir bei einem sehr guten Bekannten gemietet haben. Mit Meerblick steht auf der Webseite. Keine 300m und wir stehen vor dem Haus, nehmen den Schlüssel in Empfang und ziehen ein. Gefühlte 50qm erwarten uns. Ein separates Schlafzimmer, Badezimmer und ein Wohnzimmer mit Küchenzeile, die gekonnt voneinander abgeschirmt sind. Ein kleiner Erker mit Esstisch. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Blick auf das Meer.
Die Nordsee. Sie wird kommen, ist noch etwas draußen, der Sand liegt flach, die Möwen durchforsten das Watt, in der Hoffnung fündig zu werden, bevor die Flut alles wieder bedeckt. Tradition: An der Küste angekommen, ob Ost- oder Nordsee, muss ein Fischbrötchen geschlemmt werden. Wir laufen auf der Hauptstraße fast daran vorbei. Hafen 31 heißt es. Die knackigen Brötchen sind sehr gut belegt, jedoch ist der Inhaber allein im Geschäft, was mit etwas Wartezeit verbunden ist. Doch ausharren lohnt sich. Ein toller Start für die Insel. 
Abendessen in der Heidkate. Das hatten wir uns so ausgesucht. Haben auch die Speisekarte im Vorfeld überflogen. Interessante Gerichte, wenngleich keine Preise erkennbar sind. Scheint eine stille Übereinkunft der Amrumer Gastronomen zu sein, denn auch andere Restaurants halten es für eine gute, praktikable Idee. Um der Konkurrenz die Preise nicht offen zu legen? Oder um Gäste erst einmal an sich zu ziehen? Mich erinnert es an die Speisekarten für Damen, die bis in die siebziger Jahren in gehobenen Restaurants zu finden waren. Damen und Herren bekamen dieselben Speisenangebote, jedoch bei den Damen fehlten die Preise auf der Karte….
Zurück zur Heidkate. Kurz hinter Wittdün, rund 2 KM vor Nebel, liegt das kleine, gemütliche Restaurant. Ein mit Reet gedecktes Haus, schlicht eingerichtet, gastliche Wärme ausstrahlend. Die Speisen gut ausgewählt und in einem Umfang, der Rückschlüsse auf eine frische Küche zulässt. Das Gefühl wird nicht enttäuscht. Sehr gut gekocht und die Currysauce zum Zander fein mit Kokosmilch abgestimmt sind ebenso ein Genuss wie die Hauptgerichte von Zander und Lamm sowie die Tomatensauce mit feinen Kräutern. Der Service ist etwas rustikal mit fachlichen Schwächen, aber wir befinden uns auch am Ende der Saison, da bahnt sich die Müdigkeit eher ihren Weg. Für die Liebhaber einer guten Küche eine ebensolche Adresse auf Amrum. 

Der nächste Tag
Am nächsten Morgen beginnt die Fahrradtour über die Insel Amrum mit einem Besuch im Touristbüro der Insel Amrum, um noch ein paar letzte Infos zu besorgen. Eine informative Fahrradkarte, Ortspläne der vier Inselorte und eine Veranstaltungsübersicht. Die Dame an der Information versprüht eine nordfriesische Herzlichkeit, die bei den Gästen gut ankommt.
Direkt vom Touristbüro aus starten wir mit der Fahrradtour bis zum Ende der Insel. Fast bis zum Ende. Es geht direkt gegenüber dem Amrumer Touristbüro los. Unmittelbar am Strand ist ein kombinierter Fuß- und Radweg. Jetzt, im Oktober, sicherlich eine gute Möglichkeit, dem Meer nahe zu sein, das Wasser zu riechen, den kreischenden Möwen nachzuschauen. In der Hochsaison würde ich diese Strecke wohl nicht wählen, da wird sie vermutlich überlaufen sein und der Genuss, die Insel Amrum zu erleben, könnte hier getrübt werden. Heute sieht es aber anders aus. Kaum Spaziergänger unterwegs und keine Radfahrer, die uns entgegen kommen. Ein wunderbares Panorama: Rechterhand die Nordsee, die sich langsam zurück zieht und dem Watt Raum gibt. Links grasen Kühe auf saftig grünen Weiden, flankiert von Grau- und Kanandagänsen, die auf dem Weg gen Süden einen Stopp eingelegt haben. Oder sind sie faul geworden und wollen hier überwintern. Es ist windstill, der Weg sehr gut befestigt und somit können wir uns auf die Natur konzentrieren, den Duft der Nordsee einatmen, den aufgeregten Diskussionen der Graugänse lauschen und gemächlich die wenigen Kilometer bis zum nächsten Ort - Nebel auf Amrum - zurücklegen.
Wie ein großes Freilichtmuseum wirken die wunderbar gepflegten Häuser, die eingeschossig, manches Mal eineinhalb geschossig, mit imposanten, akkurat   geformten Reetdächern die Straßen beidseitig säumen. Im Zentrum laden kleine Cafés zum Verweilen ein. Ein wunderschöner Ort, der sich uns, in herbstliches Sonnenlicht getaucht, darbietet. Eine Pause ist Pflicht. Schon allein deshalb, um in diese einmalige Atmosphäre einzutauchen.
Weiter führt der Weg am Amrumer Norddorf vorbei zum Vogelschutzgebiet „Amrum-Odde“. Eine Toilettenanlage und Fahrradparkplätze stehen zur Verfügung, bevor man zu Fuß mehr vom Wattenmeer ergehen kann. Auf den Spuren der Wattwürmer, die in ihrer emsigen Art „Miniatur Maulwurfhügel“ in der trocken gefallenen Nordsee hinterlassen.
Zurück von der Nordspitze Amrums ist es Zeit für einen Stopp in Norddorf, der Magen wird es uns danken.
Der Name des Restaurants in Norddorf, Große Fahrt, passt auf die Insel, wenngleich die beiden Eigentümer die „Große Fahrt“ nur auf Passagierschiffen kennengelernt haben. Und das im großen Ausmaß. Das Lokal, eine Mischung aus Restaurant, Weinlokal und Bistro, führt eine Speisekarte etwas abseits von den bodenständigen Amrumer Restaurants. Es macht Spaß, sich hier kulinarisch verwöhnen zu lassen. In 2017 wurde die Tür erstmals aufgeschlossen, nach einer aufwendigen Grundrenovierung. Alles mit einem gewissen Understatement, wo unauffällige, wohlig warme Hölzer den Ton angeben. Christian, einer der beiden Eigentümer, ist selbst zugereister. Ist aber seit Jahrzehnten als Gast auf der Insel gewesen, bevor er sich niedergelassen hat.
Hier auf Amrum, meint er, werden die Gäste noch als solche wahrgenommen, nicht als zahlende Touristen, die nach ein paar Tagen wieder die Insel verlassen. Nordfriesische Herzlichkeit kann man auf Amrum erleben. Etwas verschlossene Menschen, aber herzlich und offen.

Nächster Morgen, letzter Tag
Pustekuchen. Ein kringeliger Name für ein Café. In der Ortsmitte von Wittdün preist es sich als Anlaufpunkt für einen guten Start in den Morgen an – dafür stehen viele Frühstücksvarianten zur Auswahl. Wirklich ein gelungener Start, wenngleich das Café auch erst um 09:30h öffnet.
Gut gestärkt starten wir zu einer Wattwanderung, vorbei am Nehrungsee. Kleine Restflächen stehen unter Wasser, um sie zu passieren müssen die Schuhe ausgezogen werden. Eine herrliche Dünenlandschaft mit viel Salzwiesen liegt vor uns. Wenngleich die See schon etwas abgekühlt ist, ist es ein wunderbares Gefühl, den nassen Sand unter den Füßen, zwischen den Zehen zu spüren. In dieser Zeit des Jahres ist die Gästezahl überschaubar, man geht ungestört seines Weges, immer den Blick auf die vor uns liegende Nordsee, ohne einen prüfenden Blick Richtung Amrumer Festland nicht zu vernachlässigen.
Nach diesem herrlichen Naturerlebnis schwingen wir uns auf die Räder um zum Abendessen nach Nebel zu fahren. Diesen kleinen idyllischen Ort wollen wir zum Abschluss des Kurzurlaubs auf der Nordseeinsel Amrum noch einmal besuchen und fahren auf einsamen Waldwegen dorthin.
Abendessen im Torhaus. Eine Vorreservierung ist in jedem Fall empfehlenswert. Das Restaurant ist neu renoviert und bietet eine kleine, sorgsam ausgewählte Karte. Begleitet von fachkundigem Personal in rustikal feiner Atmosphäre ist es ein gelungener Abend, mit vielen Erinnerungen an einen wunderschönen Kurzurlaub auf Amrum, wobei uns das Wetter stets gut gesonnen war.

Empfehlenswerte Cafés & Restaurants auf der Nordseeinsel Amrum

Lecker Essen, Torten, Snacks und Fischspezialitäten gehören zum Urlaub mit Ruhe, Entschleunigung und Strand auf der Nordseeinsel Amrum. Hier eine empfehlenswerte Auswahl - Gastfreundschaft der nordischen Art:
Restaurant Heidekate
Im Dreieck von Wittdün, Steinodde und Süddorf an der Inselstraße gelegen. Genießen Sie eine gepflegte Küche in gemütlicher Atmosphäre, wo Sie herzlich willkommen sind. Bequem per Fahrrad oder zu Fuß erreichbar.

Restaurant Heidekate
25946 Wittdün, Deutschland
Restaurant Große Fahrt
Fast am Ende von Norddorf gelegen, erwartet Sie ein kleines persönlich geführtes Bistro. Michael, Inhaber und Smutje, liebt die crossover Küche, die als Ergebnis seiner weiten Reisen in seinem Restaurant die friesische Küche abgelöst hat.

Restaurant Große Fahrt
25946 Norddorf, Deutschland
Restaurant Torhaus
Qualität ist uns wichtig - beim fair gehandelten Kaffee einer Privatrösterei ebenso wie bei Amrumer Rindern. Und Tradition. Labskaus zum Beispiel. Oder zur Riesengarnele ein zart gebratenes Rinderfilet. Lassen Sie sich von uns verwöhnen.

Restaurant Torhaus
25946 Nebel, Deutschland
Cafe Pustekuchen
Schonend gerösteter Kaffee aus einer kleinen Privatrösterei in Flensburg, Hühnereier von freilaufenden Hühnern auf Föhr und nachhaltig gefangener Fisch von Amrumer Fischern – das ist unser Beitrag für einen nachhaltigen Urlaub auf Amrum.

Cafe Pustekuchen
25946 Wittdün, Deutschland

Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen & Co. - Unterkünfte auf Amrum

Ob Hotel, Ferienwohnung, Ferienhaus, Zimmer oder Zeltplatz. Hier finden Sie eine erlesene Auswahl an Unterkünften auf der Insel Amrum.
Ferienwohnung
Vom Anleger in Wittdün sind es ein paar hundert Meter bis zur Ferienwohnung. Gemütlich und einen Steinwurf vom Strand, teilweise mit herrlichem Meerblick. Näher am Wasser geht nicht. Eine liebevolle, gut ausgestattete Ferienwohnung wartet auf Sie.

Ferienwohnung Michael & Christian Totzeck
25946 Wittdün, Deutschland